Wie wir mit BYD Österreich einen neuen Player im Automarkt etablieren

27.10.2026
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New Perspective

2023 war BYD in Österreich noch weitgehend unbekannt. Inzwischen steht die Marke auf Rang 6 im Gesamtmarkt, mit 4,3 Prozent Marktanteil und über 55 Händlerstandorten. Auch im MARKET-Markttest ging es von Platz 19 auf Platz 6. Wie kommt eine neue Automarke in so kurzer Zeit dorthin?

Von
Mike Gattereder
Abstrakte Visualisierung eines digitalen Netzwerks mit verbundenen Knotenpunkten und feinen Linien auf einem blau-weißen Farbverlauf.

Darüber haben wir auf der JETZT Data Driven Marketing Konferenz gesprochen, gemeinsam mit René Petzner, Head of Marketing BYD Österreich. Für unsere gemeinsame Arbeit wurden BYD Österreich und Achtzehn Grad mit dem Staatspreis Marketing 2026, Sonderpreis Data Driven Marketing, ausgezeichnet. Das freut uns sehr. Diese Entwicklung entsteht nicht durch einzelne Kampagnenpeaks. Sie entsteht, wenn viele Teile richtig zusammenspielen. Hier wollen wir erzählen, welche Entscheidungen hinter dieser Arbeit stecken.

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Marke gegen Performance? Die falsche Frage.

Im Marketing wird noch immer oft zwischen Marke und Performance unterschieden, als wären es zwei gegensätzliche Disziplinen. Im Automotive-Bereich ist diese Trennung besonders gefährlich.

Eine Probefahrt entsteht nicht nur durch ein Formular. Sie entsteht durch Vertrauen, Wiedererkennung, Relevanz und Timing. Performance funktioniert besser, wenn die Marke stärker wird. Und Marke gewinnt an Substanz, wenn sie sich entlang echter Marktbewegung beweist.

Deshalb haben wir den Markenaufbau als integriertes Wachstumsmodell verstanden. Kampagnenidee, Website, Mediasteuerung, Tracking, Datenlogik und Händlerrealität wurden als verbundenes System gedacht.

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Markenaufbau in zwei Phasen

Im ersten Jahr mussten wir eine grundlegende Frage beantworten: Was ist BYD überhaupt? Unter einem eigenen Kreativdach standen deshalb die Modelle und ihre Features bewusst im Mittelpunkt. Technologie, Ausstattung und Preis-Leistung machten verständlich, was BYD bietet und wie zugänglich diese Innovationen sind. Die Produktkommunikation hatte hier eine klare Aufgabe.

Darauf baute im Folgejahr die zweite Phase auf: Wofür steht BYD? Mit „Wir bringen Träume auf die Straße“ haben wir die Marke emotionalisiert und Build Your Dreams für den österreichischen Markt mit Bedeutung gefüllt. Das Kreativdach verbindet Image- und Produktkommunikation: Die einzelnen Modelle bekommen ihren Platz in einer gemeinsamen Markenwelt, die über ihre Features hinausging.

Diese Entwicklung hilft auch der Performance. Wer versteht, was BYD bietet, und ein Gefühl für die Marke hat, bringt andere Voraussetzungen für eine Probefahrt mit. Deshalb haben wir Markenaufbau, Website und Kampagnensteuerung von Anfang an zusammen geplant.

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Der Lead ist nicht das Ziel

Ein ausgefülltes Formular sieht im Reporting gut aus. Viele Marketingmodelle enden dort, wo es im Automotive eigentlich erst interessant wird: beim Lead. Ob daraus eine Probefahrt oder ein Verkauf wird, ist damit noch nicht beantwortet. Deshalb braucht Automotive-Marketing eine andere Steuerungslogik. Es reicht nicht, möglichst viele Kontakte zu generieren. Es geht darum, die Qualität und Wirkung entlang der Customer Journey zu verstehen: von der ersten Impression über Modellinteresse, Website-Interaktion, Testdrive und Angebot bis hin zum Fahrzeugverkauf.

Konkrete Effizienzwerte bleiben intern. Entscheidend ist der strategische Zugang: Nicht nur auf den Lead schauen, sondern auf den Beitrag zum Marktwachstum. Dazu gehört auch etwas, das in keiner Kampagnenidee steckt: Sujets, Botschaften, Zielgruppen laufend zu optimieren, Landingpages, technische Abläufe und Kanäle müssen schnell angepasst werden können, wenn Daten zeigen, dass sich der Markt bewegt. Und: wie schnell bekommt ein interessierter Mensch eine Antwort? Bei BYD Österreich gilt intern der Anspruch, innerhalb von zwei Stunden auf einen eingegangenen Lead zu reagieren. Das macht einen Unterschied, wenn jemand gerade Modelle vergleicht und eine Probefahrt vereinbaren möchte.

Gerade bei einer neuen Marke zählt außerdem, ob sie vor Ort greifbar ist. Wo kann ich das Auto sehen? Wer berät mich? Wie komme ich zur Probefahrt? Die Website muss diese Fragen beantworten und den Kontakt zum Handel einfach machen.

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Ein neuer Markt braucht ein lernfähiges Setup

Der Aufbau von BYD in Österreich hatte eine besondere Ausgangslage: wenig historische Markenbekanntheit, hohe Dynamik, ein wachsendes Händlernetz und die Chance, digitale Strukturen von Beginn an neu zu denken.  

Ein entscheidender Vorteil war, dass wir das digitale Setup gemeinsam mit BYD Österreich von Beginn an mitgestalten konnten: Mit Webflow als schnellem CMS, offenen Schnittstellen und Salesforce als CRM entstand ein Setup, das Änderungen schnell möglich macht, Daten sauber weiterführt und Kampagnen näher an den Vertrieb bringt.

Weitere Bausteine wurden bewusst in diese Logik integriert: Leasing-Kalkulation, Versicherungsthemen, zentrale Kanalmessung in einem Dashboard sowie die Verwaltung, Aussteuerung und Optimierung von Display-Kampagnen über eine eigene Plattform.

Entscheidend war dabei nicht, möglichst viele Tools einzusetzen, sondern ein System zu bauen, das steuerbar bleibt: klare Datenpunkte, klare Verantwortlichkeiten und klare Entscheidungsroutinen. Schrittweise kommen auch KI-gestützte Workflows dazu. Über MCP-Anbindungen an Tools wie Claude oder GPT lassen sich Aktualisierungen schneller umsetzen, Inhalte effizienter pflegen, Content-Varianten entwickeln oder neue digitale Tools rascher bauen.

Die Grundidee dahinter: Das System muss lernfähig, erweiterbar und schnell genug für einen dynamischen Markt sein. Ein solcher Aufbau funktioniert nur, wenn Kundenseite und Agentur nicht in klassischen Auftraggeber-Dienstleister-Mustern stecken bleiben.

Mit René Petzner und dem Team von BYD Österreich hatten wir einen Partner, der Wachstum nicht als Kampagnenfolge verstanden hat, sondern als strategischen Aufbau: schnell entscheiden, offen auf Daten schauen, mutig testen und trotzdem die Marke nicht aus den Augen verlieren.

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Was der BYD Case zeigt

Daten helfen uns zu verstehen, welche Modelle Interesse wecken, welche Botschaften ankommen und wo Menschen auf dem Weg zur Probefahrt abspringen. Welche Geschichte wir erzählen wollen und wie BYD klingen soll, müssen wir trotzdem selbst entscheiden und aktiv steuern. Marke und Performance müssen als ein System gedacht werden. Wer nur kurzfristig Leads einkauft, riskiert Austauschbarkeit. Wer nur Marke baut, verliert Geschwindigkeit.  

Für uns liegt genau darin der Reiz dieser Arbeit: Eine kreative Idee bekommt mehr Wirkung, wenn Website, Kampagne und Handel sie mittragen. Und die Zahlen helfen uns, diesen Weg laufend zu verbessern.  

Der Staatspreis Marketing 2026 und die Präsentation auf der JETZT Data Driven Marketing Konferenz sind für uns schöne Bestätigungen. Wichtiger ist aber, was der Case sichtbar macht: Data Driven Marketing ist nicht kalt, nicht rein technisch und nicht das Gegenteil von Kreativität.

Im besten Fall verbindet es kreative Markenführung mit messbarer Marktbewegung. Dass aus der gemeinsamen Arbeit eine Marke wächst, die Menschen kennen und in Betracht ziehen, freut uns mindestens genauso.

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